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aktualisiert am: 31.10.2011

 Ein Brief aus Manila von ZOTO, der ältesten Slum-Selbsthilfe-Organisation:

29 September 2011

Wie ein Dieb in der Nacht, schlug der Taifun Pedring zu.                                                     Bilder vom Taifun: 

Wir brauchen jede Hilfe, die zuteil werden kann.

Hier ist die Geschichte, damit die Erfahrung der Slumbewohner verständlich wird:

Der Wind heulte wütend wie ein Tier. Das Wasser stieg und überschwemmte die ganze Metropole. Die Häuser wurden auf das Meer hinausgespült. Der Sturm blies die Dächer fort. Bäume wurden entwurzelt. Es gab weder Strom noch Wasser, noch Telefon oder Internet - für Stunden, in manchen Gegenden für Tage. Tausende Familien wurden evakuiert. 

In der Morgendämmerung des 27. September 2011, genau einen Tag und zwei Jahre nach dem Taifun Ondoy, wurde das Land von einer neuen Katastrophe heimgesucht, auf die es nicht vorbereitet war.
Der Taifun Pedring löste auf langsame Weise eine Verwüstung aus, die es mit der von Taifun Ondoy aufnehmen kann. Manche meinen sogar, dass die Katastrophe schlimmer sei als die von Ondoy angerichtete.

Als der Taifun kam, war gerade Flut, was alles doppelt schlimm machte. Nachdem der Wasserstand sowieso schon hoch war, wurde er durch den Sturm potenziert und erreichte haushohe Wellen, die an einen Tsunami erinnerten. Das Wasser kam vom Meer her und überflutete alles, was auf seinem Weg war. Die Häuser am Meer, die Ufer und Kanäle waren auf Gedeih und Verderb der Flut ausgesetzt.

Als es dann am 28. September hell wurde und die Verwüstung ans Tageslicht kam, konnte man sehen, dass Navotas ein Ort des Unglücks geworden war.

Die Gemeinden, die Navotas zum Meer hin vorgelagert waren (Barangay Bacog, Bangkulasi, Daang Hari, Sipac Almacen, San Roque, Tangos) waren weggespült worden.
2886 Familien sind jetzt obdachlos und traumatisiert.
Das Unglück ist besonders tragisch, weil die Gemeinden dieser Gebiete von der Regierung sowieso abgerissen werden sollten, weil sie nicht in die Planung der LGU (Local Government Unit) gepasst haben.
Es ist, als ob sich Regierung und Unwetter miteinander verschworen hätten, diese Gegend zu zerstören.

Diese Art der Räumung bringt große Sorgen über die Familien, denn sie müssen nicht nur nach der Sturmkatastrophe wieder alles aufbauen, ihre Angst ist, ob diese Vertreibung eine endgültige ist.
Es geht nicht nur um das Überleben, sondern um den prinzipiellen Kampf um eine Bleibe.
 
Bis jetzt sind 10 320 Familien Opfer des Taifuns. Sie sind verstreut auf Zelte bei den Barangay Hallen, auf überdachte Höfe, leerstehende Hütten – alles Plätze, die nicht zum Leben geeignet sind, aber für den Moment ihre Dienste tun. Obgleich viele es vorziehen, in den Ruinen zu leben, auch wenn sie dort nicht mehr den Ort finden können, an dem sie viele Jahre gelebt haben.
 
 
Nachfolgend ist aufgeführt, was für die 10320 betroffenen Familien am dringendsten benötigt wird:

  • Lebensmittel

  • Milch für Kinder und Kleinkinder und Lebensmittel für stillende Mütter

  • Matten, Decken, Kissen

  • Wasser

  • Herde und Kochutensilien

  • Geschirr und Besteck

  • Schüsseln, Eimer

  • Thermosflaschen

  • Seife, Waschmittel

  • Moskitonetze

  • Schulutensilien und Büchertaschen

  • Schuluniformen

  • trockene Kleider und Wäsche

  • Schuhzeug

  • Medikamente, vor allem für Kinder und ältere Menschen

  • Handwerkszeug, Fischereibedarf

  • verzinktes Blech, Nägel

  • Sperrholz

Jede Form von Gabe wird eine große Starthilfe sein bei dem Wiederaufbau in den Armenvierteln. Diese ist der Beginn eines Aufbauprozesses und wir hoffen, dass Sie mit uns sind und uns dabei begleiten.
 
In diesen dunklen Stunden vertrauen wir nicht nur auf die Kraft der (Slum-)Gemeinden, sondern auch auf die Bereitschaft unserer Partner, uns zu helfen.